Geologische Karte Preußen (Niegripp) von 1920
Eine geologische Karte der Region um Niegripp aus dem Jahre 1920. Eingezeichnet sind die bergbaulrechtlich gesichterten Gebiete der Kaliwerke Zielitz und Moltkeshall.
Geologische Karte von Preußen – Blatt Niegripp
Was wir hier sehen, ist keine gewöhnliche Landkarte, sondern eine geologische Karte von Preußen, Blatt Niegripp. Herausgegeben wurde sie von der Preußischen Geologischen Landesanstalt. Das klingt trocken, ist aber eine kleine Schatzkiste an Informationen über den Untergrund rund um Magdeburg, Schartau, Niegripp und Umgebung.
Was ist dargestellt?
- Anders als bei normalen Karten geht es hier nicht um Straßen, Häuser oder Wälder, sondern um das, was unter der Oberfläche liegt.
- Jede Farbe steht für ein bestimmtes Gestein oder eine geologische Schicht – zum Beispiel Sand, Lehm, Kies, Ton oder Geschiebe aus der Eiszeit.
- Man erkennt, wo bestimmte Böden dominieren, wie die Schichten verlaufen und wie sie sich durch Flüsse oder Eiszeitablagerungen verändert haben.
Wozu brauchte man solche Karten?
Geologische Karten waren für Preußen im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein richtiges Planungsinstrument:
- Landwirtschaft: Bauern wussten, welche Böden fruchtbar waren und wo man besser die Finger vom Acker ließ.
- Bauwesen: Wer Eisenbahnlinien, Kanäle oder Brücken bauen wollte, musste wissen, ob da Sand, Fels oder Moor liegt.
- Rohstoffe: Lehm für Ziegel, Kies für Straßenbau, Braunkohle, Ton und eben Salz (Kalisalz) – alles nur auffindbar, wenn man die Geologie kennt.
- Wasserwirtschaft: Für Brunnenbau und Kanäle war wichtig, wo Grundwasser führende Schichten liegen.
Die Legende – das bunte Geheimnis am Rand
- Links und rechts sind lange Farbtafeln mit Symbolen. Jede Farbe steht für ein bestimmtes Gestein, oft fein abgestuft.
- Dazu gibt es Profile (unten), die zeigen, wie die Schichten im Querschnitt unter der Erde liegen.
- Auch kleine Bodenprofile rechts oben erklären, wie dick die Schichten sind – quasi ein Blick in die Tiefe.
Geschichte hinter der Karte
Die Preußische Geologische Landesanstalt hat seit Mitte des 19. Jahrhunderts das gesamte Staatsgebiet systematisch kartiert. Blatt für Blatt entstand so eine Art geologisches Gesamtbild Preußens. Die Ausgabe hier stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende (um 1900).
Das Ganze war eine Mammutaufgabe: Geologen liefen mit Hammer und Notizblock übers Land, sammelten Proben und trugen Schicht für Schicht ein.
Das Ergebnis: Karten wie diese, die uns heute noch erzählen, wie die Landschaft entstanden ist – von den Eiszeiten bis zu den Flussläufen der Elbe.

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